Exchange Hosting

Zwar hat Microsoft im März 2006 die Firma "FrontBridge" gekauft (http://www.Microsoft.com/exchange/services/default.mspx), aber das ist kein Exchange "Hosting" sondern "Exchange Hosted Services". Siehe auch Forefront

Eine (unvollständige) Übersicht einiger Anbieter finden Sie auf Hosted Exchange

Segregation 2007 HowTo - Umsetzung von getrennten Addresslisten

Microsoft Solution for Hosted Messaging and Collaboration 4.5
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=C9CBBC69-4AE4-450D-AF5E-F49E7C701CF4&displaylang=en#filelist

Die Zukunft von HMC ist mit Exchange 2010 allerdings offen. Eventuell wird es hier eine neue Lösung geben
http://social.technet.microsoft.com/wiki/contents/articles/exchange-2010-information-for-hosted-service-providers.aspx

Hosting Days: Unified Communications in a Software + Services World http://www.msdev.com/Directory/Description.aspx?eventId=1720
Hosting Days: Microsoft Exchange 2010 Hosting Roadmap
http://www.msdev.com/Directory/Description.aspx?eventId=1711

Dieser Abschnitt betrifft alle, die die Funktion von Exchange 2000/2003/2007/2010 für ihre Kunden oder Mitarbeiter anbieten wollen, aber die betreffenden Benutzer benutzen nicht das Active Directory Konto im gleichen Forrest wie Exchange. Sie betreiben Exchange quasi als "Application Service Provider" Dies trifft auf folgende Fälle zu:

All diese Umfelder sind mit Ausnahme des NT4-Domänenszenarios sehr komplex und können im Rahmen einer FAQ-Seite nicht vollständig beschreiben werden. Wer Exchange 2000 in einem umfangreicheren Feld einsetzen möchte, ist gerne eingeladen im Rahmen eines Projekts mit mir Zusammen eine Lösung zu erarbeiten. (->Kontakt). Als Einstieg können folgende Informationen dienen.

Was bedeutet "Hosting Exchange" ?

Als Hosting von Exchange betrachte ich all die Einsatzfälle. Bei denen der Forest mit Exchange nicht mit der Anmeldedomäne identisch ist. Ich spreche dann von einem "Exchange Ressourcen Forrest", d.h. einem Active Directory, welches allein für den Betrieb von Exchange installiert wird. Von der Installation selbst ist dies natürlich ein ganz normales Active Directory mit Domaincontrollern und Exchange Servern. Nur bei der Nutzung durch die Anwender gibt es Unterschiede: Es lassen sich zwei grundlegende Modelle unterscheiden:

In beiden Fällen ist aber der Betrieb von Exchange von der sonstigen Infrastruktur (Mal abgesehen von Netzwerkverbindungen und Namensauflösung etc.) weitgehend unabhängig.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Sie natürlich auch innerhalb eines Forests auch eine eigene Domäne für Exchange installieren können. Allerdings ist diese Installation genau zu prüfen, da Sie dann in ihrem Forest jeden Benutzer zweimal angelegt haben. Einmal als aktives Konto für die Anmeldung am PC, die Nutzung von Freigaben etc. und ein zweites Mal als "deaktiviertes" Konto mit den Exchange Eigenschaften, auf die das andere Konto Postfachrechte erhalten hat. Es gibt nur wenige spezifische Vorteile, die solche eine Installation hat aber im globalen Katalog sind alle Benutzer doppelt.

Technische Hintergründe

Domänen und Forests

Gehen wir von der folgenden Situation aus:

Trust:

Der Exchange Forrest vertraut nun allen Kundendomänen (NT4 wie auch W2K) einseitig, d.h. die Server in der Exchange Domäne können auf die Benutzerliste der anderen Domänen lesend zugreifen. Ein Trust in anderer Richtung ist nicht notwendig, es sei denn die Kundendomänen würden die Verteiler von Exchange, die ebenfalls Sicherheitsgruppen sind, zur Rechtevergabe nutzen wollen.

Aber erst mit Windows 2003 ist es möglich, dass sich Forests vertrauen. Bis dahin muss man wirklich zu JEDER Domäne mit Mailanwendern einen Trust einrichten.

Abwägung der Vor und Nachteile

Punkt für einen eigenen Forrest für Exchange als ASP:

Aber:

Das sind nur einige der Punkte, die es dabei zu beachten gibt. Weitere Informationen finden Sie z.B. auch auf:

Oder nutzen die das Leistungsangebot Net at Work.

Offene Fragen

Wenn Sie nun aber Exchange aus der Hand geben und damit vielleicht mit vielen Firmen bei einem Hoster die gleiche Infrastruktur nutzen bzw. in einem eigenen Forrest auslagern, dann stellen sich fragen, die beim Betrieb in der eigenen Domäne nie gestellt werden:

Dies sind nur einige Fragen, die bei einem Hosting beantwortet werden müssen. Die meisten Anbieter stellen für viele Funktionen eine angepasste Weboberfläche bereit, mit der Sie die verschiedenen Aktionen durchführen können. Allerdings sollten Sie als Anbieter und Kunden prüfen, ob diese Oberfläche den Anforderungen gerecht wird.

Warum Exchange an einen externen Dienstleister abgeben ?

Es gibt viele Gründe, warum eine Firma als "Hoster" für das Messaging auftritt. Zum einen haben viele Firmen weder das interne Know-how und Teilweise auch nicht die Infrastruktur, um Exchange 2000 professionell zu betreiben. Auf der anderen Seiten nehmen die verfügbaren Bandbreiten zu und WAN-Kosten ab. So kann sich eine kleine Firma schon überlegen, einen Exchange Server des Providers über eine DSL-Leitung zu nutzen. Der Provider übernimmt alles rund um Exchange, z.B. Datensicherung, Viren und Spamschutz, Management und Überwachung etc.

Es das klassische Outsourcing. Zu betrachten ist die Leistung, die für das Geld geboten wird und das Nutzungsverhalten und die Abrechnung. Externe Server bedeuten auch, dass interne Nachrichten immer extern abgewickelt werden. Diese ist ein Thema im Bezug auf Datenmenge (Kosten pro Gigabyte) und auch die Sicherheit der Daten.

Warum internes Hosting ?

Aber neben dem externen Hosting ist auch der interne Betrieb als Hosting möglich- Zuerst scheint es völlig sinnlos zu sein, innerhalb einer Firma Exchange zu "hosten". Schließlich ist ein großer Vorteil des Active Directory ist doch gerade der "Single Point of Administration", die Zusammenfassung von verschiedenen Domänen und Systemen in einem System.-

Aber dies ist besonders in größeren Firmen mit eigenen Identitäten der Firmenteile nicht immer unter einen Hut zu bekommen. Viele Teilfirmen sind so autark, dass Sie eigene Namensräume beanspruchen und vermutlich nicht alle in einem einzigen Forest eingebunden werden. Und selbst dann ist oft ein Misstrauen der bisher getrennten Fachabteilungen vorhanden, so dass z.B. Dateiserver Administratoren nicht mit den Messaging Gruppe eine Domäne oder einen Forest teilen möchte.

Dann ist es denkbar, dass auch innerhalb einer Firma ein eigener Forest allein für Messaging Dienste wie Exchange, Instant Messaging die bessere Lösung ist, frühzeitig eine einheitliche Basis für die Zusammenarbeit zu schaffen ohne erst eine komplette Migration der Domänen in einen Forest durchführen zu müssen.

Exchange "Kosten"

Ehe Sie nun die Preise auf Hosted Exchange vergleichen und gravierende Unterschiede von 10€/Mailbox bis mehrere 100€/Mailbox vergleichen, können Sie ja mal eine eigene Rechnung aufmachen: Nehmen wir mal ein Beispiel von 10 Benutzern. Sie benötigen dazu folgende Komponenten. Die Preise sind einfache Annahmen und natürlich nur bedingt repräsentativ und sogar eher an der untersten Grenze angesetzt (Es geht ja um einen kleine Firma oder ein kleines Büro)

Position Preis
Einen Server (RAID, USV, DLT-Laufwerk) 4000 Euro
Windows 2003 Small Business 10 User (Windows, Exchange) 600 Euro
Backupsoftware 400 Euro
Virenschutz 200 Euro
Dienstleistung Installation 1500 Euro
Summe 6700 Euro
Umgerechnet auf 1 Postfach und 36 Monate  (6700 /10 /36) 18,61 Euro

Hier bei sind nun aber nicht die Kosten für den Betrieb der 3 Jahre (Strom, Gebäude, Updates, Dienstleistung etc.) enthalten und die Internetanbindung ist auch noch nicht berücksichtigt. Zudem sind hier die Preise für die Hardware natürlich wirklich an der unteren Grenze.

Eine Hoster kann daher nur dadurch günstiger sein, indem er die Kosten durch Automatisierung und viele Anwender auf entsprechend dimensionierten Servern besser verteilt. Entsprechende Lizenzmodelle senken den Preis weiter. Trotzdem gehe ich nicht davon aus, dass für ein externes Hosting ein Preis von 10 Euro/Mailbox und Monat noch viel weiter unterschritten werden kann. Oder es geht dann doch auf Kosten der Qualität oder weiterer Funktionseinschränkungen.

Wenn man den Preis aber sieht, dann stellt sich die Frage, warum Sie sich dann noch einen eigenen Server aufstellen sollten. Der Preis ist nicht alleine das einzige Entscheidungskriterium. Beim Hosting in der klassischen "Massenform" müssen Kompromisse eingegangen werden, z.B. keine oder nur eingeschränkte Nutzung von öffentlichen Ordnern. Für viele Firmen ist natürlich das größere Problem die immer noch begrenzte Bandbreite zwischen Client und Server. Selbst mit Outlook 2003 Cached Mode können Sie keine 500 Niederlassung über 2 Megabit an einen Provider vernünftig anbinden. Zudem stellt sich schon der Frage, wer noch alles auf den Server zugriff hat. Auch ist es schwerer, eigene Lösungen im  Bereich Viren und Spam oder Archivlösungen einzubinden. Von internen Prozessen per Mail (SAP-Connectoren etc.) ganz zu schweigen. Vergleichen Sie daher die Funktionen und oftmals gibt es (noch) das ein oder andere Problem für ein externes "Shared Hosting".

Fragen rund um Hosting

Hier die wichtigsten Fragen beim Betrieb mehrerer Firmen in einer Organisation.

Eine ausführliche technische Beschreibung finden Sie auf MSXFAQ.de - HostingHowTo

ACHTUNG: Alle bisherigen Beschreibungen zum Einrichten von Hosting mit Deaktivieren von Vererbungen etc. sind veraltet und nicht mehr unterstützt.

Adressbuchsichtbarkeit mit mehreren Firmen

Im Hosting werden Sie nicht je Firma einen eigenen Forest installieren. Daher müssen Sie sich Gedanken machen, wie Sie mehrere verschiedene Firmen auf einem Server in einer Organisation betreuen.

Exchange 2000/2003 unterstützt diese Konfiguration, da Sie sehr viele Adressbücher anlegen können und über entsprechende Berechtigungen auch sicherstellen können, dass jeder nur "seine" Gruppe sehen kann. Über einen Eintrag beim Benutzer (ADSIEdit !) kann auch ein anderes Adressbuch als die Standard-GAL vorgegeben werden. Eine genaue Beschreibung für die Umsetzung finden Sie in den Microsoft Unterlagen (Siehe Links am Ende)

Account und Kennwortsynchronisierung

Wenn sie internes Hosting betreiben, d.h. ein AD-Konto nutzen, dann gibt es nicht zu synchronisieren. Wenn Sie für Exchange einen eigenen Ressourcenforest nutzen und die Kontendomänen als "vertraut" eingerichtet haben, dann sollten Sie mit "disabled accounts" in ihrer Exchange Ressourcen Domäne arbeiten, denen die eigentlichen Konten als "Associated External Account" zugewiesen sind.  Das Konto kann nicht im gleichen Forest sein !

Nur wenn auch das nicht funktioniert und sie wirklich den Weg wählen, dass jeder Anwender zwei aktive Anmeldekonten nutzt (Eines für die normale Arbeit mit Windows und Dateiservern und das Zweite in Exchange), dann sollten Sie überlegen, wie sie mit Metadirectory oder anderen Tools einen Abgleich herstellen können. Solche eine Situation ist aber nicht hier zu beschreiben.

Öffentliche Ordner

Alle Exchange Server in ihrem Hosting Forest sind in einer Organisation und teilen Sich die gemeinsamen Ordner. Entwickeln Sie ein Konzept, damit die Anwender "ihre" eigenen öffentlichen Ordner nutzen können. Dies betrifft die Sichtbarkeit durch Berechtigungen aber auch die Größe (Limit) und Replikate.

Service Level Agreement (SLA) und Verfügbarkeit

Sie müssen eine gewisse Verfügbarkeit garantieren, damit ihr Angebot überhaupt erst genommen und akzeptiert wird. Nur Versprechen ist einfach, Halten das andere. Und Beweisen, dass Sie ihre Verfügbarkeit erreichen wieder ein wichtiger Punkt. Schließlich kann ein Kunde auch über das Mittel einer Strafe oder Kürzung bei Nichterreichen Druck ausüben. Daher müssen Sie ihre System überwachen und die Ergebnisse auch nachweisen können.

Natürlich müssen Sie sich dann auch Gedanken über USV, RAID, Cluster und andere Dinge machen, die ihre Verfügbarkeit beeinflussen

Verteilte Administration

Natürlich werden Sie als  Hoster ihrem "Kunden" keinen direkten Zugriff auf eine MMC zur Verwaltung von Postfächern, Verteilern und öffentlichen Ordnern zur Verfügung stellen. Aber irgendwie müssen ihre Kunden ja die eigenen Empfänger verwalten.

Es ist ja selbstverständlich, dass Sie als Betreiber auch eine Datensicherung und Überwachung des Systems vornehmen. Aber Sichern alleine ist es nicht. Wie wird geregelt, wenn jemand eine Rücksicherung einer gelöschten Mal ( Stichwort Recovery Storage Group) anfordert ? Das zu automatisieren ist nicht mehr sehr einfach.

Sie müssen sich hierzu möglichst webbasierte "Self Service"-Optionen für ihren Kunden schaffen, da sich der Kunden ansonsten natürlich bei ihnen telefonisch meldet und Sie die Arbeit haben und letztlich damit ihre Kalkulation nicht mehr aufgeht. Jede dieser Leistungen aber nach Aufwand in Rechnung stellen, bringt Sie natürlich schnell ins Hintertreffen gegenüber Wettbewerbern, die diese Aufgabe schon gelöst haben

Weitere Links

Keywords: Hosting ASP Provisioning