Lync Presence

Bei OCS war es noch relativ einfach: Es gab einige vordefinierte Präsenzstati und man konnte eigene Stati per XML-Datei addieren. Aber es war eigentlich nicht möglich, den Status bei einer Suche ein der GAL zu verbergen.

Das hat wohl eher ein paar Kunden denn Microsoft gestört, die dieses "Standardverhalten" wohl lieber anders gehabt hätten. Datenschutz ist durchaus ein Thema. Wobei ich nicht sicher bin, ob das auch jemand mal bei den Komforttelefonen mit den vielen Belegt-Leuchten nachgefragt hat. Hier am Beispiel eines sogar gesondert erweiterbaren Modul für die Siemens "Optiset"-Serien.

 

Ich weiß nicht, ob ich als Teilnehmer bestimmten, kann wer meinen Status bei sich als Kurztaste hinterlegen und anzeigen lassen kann. Nichts anderes ist Lync. Microsoft hat aber wohl auch deswegen eine Funktion "Enhanced Privacy" addiert

Enhance Presence im Standard

Welche Funktion eingeschaltet ist, kann jeder Anwender in seinem Lync Client selbst erkennen. In den Einstellungen kann unter Status der Anwender auswählen, ob JEDER die Anwesenheit sehen kann oder dies der Administrator festlegen kann. Dies hier stellt den "Standard" dar:

Leider gibt es hier nicht die Option "niemand kann meinen Status sehen". Letztlich könnte so eine Einstellung aber auch die Funktion deutlich einschränken.

Auf dem Lync Server kann der Administrator mit dem Befehl "Get-CSPrivacyConfiguration" die aktuelle Konfiguration in Erfahrung bringen:

Diese Einstellung ist "Global", pro "Site" oder "UserServer Service" einstellbar. Sie kann aber nicht serverseitig pro Benutzer konfiguriert werden:

Enhanced Presence aktivieren ?

Wer nun aber die Richtline ändert, sollte sich vorher schlau machen, was dies bedeutet. Wenn Sie es mit Set-CsPrivacyConfiguration" direkt anwenden, sehen Sie zwar noch die Warnung, aber dann kann es schon zu spät sein:

PS C:\> set-CsPrivacyConfiguration -EnablePrivacyMode $true
WARNING: Because you are enabling privacy mode, we recommend
that you also enable client version check in order to block
communications with client versions that do not recognize
privacy mode. We also recommend that you set
AutoInitiateContacts, PublishLocationDataDefault, and
DisplayPublishedPhotoDefault to false. When privacy mode is
enabled, Response Group agents must add presence watchers to
their contact list, or else the watchers will not be able to
see the agents' presence.

Wenn der Status eines Benutzers per Default nicht mehr sichtbar ist, dann muss zum einen Client Client mitspielen. Wer also den alten OCS Communicator nicht aussperrt, hat nur die neuen Lync Anwender beschnitten. Aber das zeigt schon, dass nicht der Server den Status verbirgt, sondern es dem Client überlassen bleibt. Es ist also eher ein einfacher Schutz. Ein findiger Mensch könnte auch einen OCS Communicator nehmen und den UserAgent verändern.

Der Anwender kann im Communicator einfach erkennen, dass nun eine andere Betriebsart auf ihn wirkt.

Presence und Response Groups

Kniffliger ist aber, dass z.B. auch die Lync Response Group Service damit ein Problem haben könnten. Die sehen nämlich auch nicht mehr den Status der Mitarbeiter und wissen daher nicht, ob ein Gespräch signalisiert werden kann. Die Anwender müssen als auch die ResponseGroupWatcher in ihre Kontakte addieren, damit die Funktion weiter erhalten bleibt

Die gleiche Problematik kann auch für andere Agenten gelten, die Sie vielleicht selbst entwickelt haben. Solche Agenten sollten also zumindest die Funktion haben, einen Benutzer, der "unbekannt" erscheint z.B.: per IM immer wieder anzutriggern, den Agenten zu addieren. Das hindert den Benutzer aber nicht, den Agenten dann als "blocken" zu addieren. Das ist dann aber keine technische sondern eine organisatorische Frage.

Technisch wäre es ebenfalls möglich, serverseitig schon diese Agenten zu addieren. Andererseits könnte dies aber Anwender verwirren, dass neue unbekannte Kontakte auftauchen.

Presence wieder zurück drehen

Wenn Sie nach einen Ausflug in die "Enhanced Presence" dann den Wert doch nicht mehr so hoch einschätzen und wieder zum Standard zurück wollen, dann ist das mit "set-CsPrivacyConfiguration -EnablePrivacyMode $false" ganz einfach:

PS C:\> set-CsPrivacyConfiguration -EnablePrivacyMode $false
WARNING: Because you are disabling privacy mode, we recommend
that you also disable client version check in order to allow
communications with client versions that do not recognize
privacy mode. We also recommend that you set
AutoInitiateContacts, PublishLocationDataDefault, and
DisplayPublishedPhotoDefault to true.

Aber auch hier gibt das Commandlet wieder eine Warnung aus, dass sie nun nämlich den ClientCheck wieder abschalten können. Sonst dürfen alte Clients noch nicht teilnehmen.

Location

Sicher ist die "911"-Regelung in den USA ein Kriterium, dass ein Client auch seinen "Ort" mitgeben ,muss. Mit dem Location Information Service (LIS) hat Microsoft hier die Basis geschaffen, dass auch ein Lync-Anwender "geortet" werden kann und die Notrufzentrale eine möglichst zutreffende Ortsbeschreibung bekommt.

Aber auch ohne diese zentrale Datenbank kann ein Anwender selbst bis zu 10 "Standorte" pflegen, die der Lync-Client lokal speichert

Die Informationen über die 10 Standorte liegen in einer Datei "PersonalLISDB.cache" im Benutzerprofil. Bei mir ist das:

C:\Users\fcarius\AppData\Local\Microsoft\Communicator\sip_frank.carius@netatwork.de\PersonalLISDB.cache

Interessant ist, dass Lync nur nur die letzten 10 manuell gepflegten Einträge speichert, sondern auch die MAC-Adresse des Default Gateways. Wer also mit seinem Lync Client zwischen verschiedenen Netzwerken hin und her wechselt, muss diesen Standort nicht manuell umstellen.

In Verbindung mit der LIS-Datenbank von Lync kann ein Administrator auf dem Server die Firmenstandorte mit Subnetzen verbinden, so dass der Lync-Client diese Informationen heran zieht. In den USA ist das für die Lokalisierung eines Notrufs (911) wichtig.

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