Zertifikatsmail - Alternative zu De-Mail und ePost !

Wenn man sich das "Wettrüstern" der beiden Projekte De-Mail und ePost anschaut, dann kann man schon ins Grübeln kommen, ob die Experten hier ihre Entscheider richtig beraten. Und weil es noch nicht genug ist, gibt es ja noch andere staatlich Dinge wie z.B. in NRW noch FinMail ( https://hermes.fin-nrw.de/finmail/ des Rechenzentrum der Finanzverwaltung in NRW).

Mich stört bei diesen Systeme vor allem, dass es ein separates Postfach mit eigenständiger Mailadresse ist, welches ich zusätzlich zu meinem eigentlichen Postfach lesen muss. Eigentlich geht doch alles Richtung "Unified Communication", bei der alle

Ich stimmt komplett damit überein, dass das Medium "Mail" schon lange aus der Ecke einer Spielerei entwachsen ist und für einen seriösen kommerziellen Einsatz eine Basis für sichere Übertragungen (Signatur und Verschlüsselung) und eindeutige Identifizierbarkeit geschaffen werden muss. Nur warum muss man das Rad neu erfinden und damit die Funktion unnötig komplex gestalten, wo schon alle Komponenten sein vielen Jahren verfügbar sind.

Aber statt dessen versucht jeder wieder seine eigene mehr oder minder proprietäre Plattform aufzubauen, die mal per IMAP4/POP3 arbeitet oder nur einen Zugriff per Browser zulässt oder gar einen speziellen Client erforderlich macht. Es hat sich wohl noch nicht rumgesprochen, dass die Anwender nicht "noch ein Postfach" möchten, in dem Sie regelmäßig nach neuen Mails schauen wollen oder laut AGB von ePost sogar täglich müssten. Unified Communication geht anders. Schauen wir uns doch mal eine "alternative Lösung" an:

Rund um das Zertifikat

S/MIME funktioniert nur mit einem Zertifikat ordentlich und der Aussteller muss die Identität des Anfordernden prüfen und auch über Wege und Mittel zur Verteilung und zum Zurückziehen haben. Schauen wir uns an, was unsere Hausbank heute schon könnte:

Sie können es drehen und wenden wie sie es wollen. Aus meiner Sicht wäre die richtige Lösung ein qualifiziertes Zertifikat auf einer Smartcard-tauglichen EC-Karte, welches per PIN geschützt und vielfältig verwendbar ist. Aber vielleicht springen auch die Vertreiber von Bonuskarten wie Payback, HappyDigits, Deutschlandcard oder andere auf den Zug auf und verteilen gegen Preisgabe der Identität auch "bessere" Karten. Interessant wird das ja, wenn eine sehr große Verbreitung bei Nutzung der existierenden Mailadresse möglich ist.

Schlüsselaustausch und Einsatz

Sowohl De-Mail als auch ePost stellen ein "geschlossenes System" da, in dem nur die Mail zwischen den Benutzern alle Anforderungen erfüllen. Dabei stellt das System sicher, dass die Mail verschlüsselt und signiert übertragen wird. Faktisch muss man dem glauben. Wer selbst signieren und verschlüsseln will, kann das gerne tun, sofern der Empfänger ein optionales Zertifikat hat und Sie als Anwender dieses auch finden. Schade, dass z.B.: bei ePost eine Warnung vor diesen Schritt eher abschreckt und die Freigabe der Daten im Adressbuch mit der Freigabe der Adressvermarktung verbunden ist.

Das ist aber alles nicht schwer, weil der Einsatz von Zertifikaten einfach als "Opt-In"-Lösung realisiert werden kann. Wenn mein Kontakt mir nur dann eine Mal sendet ,wenn er diese verschlüsseln kann, dann sende ich ihm einfach mein Zertifikat mit einer signierten Mail zu. Und schon ist der "Link" hergestellt. Natürlich hat meine Hausbank schon automatisch mein Zertifikat und kann mir nun Kontoauszüge oder Zahlungsavise verschlüsselt senden. Und alle anderen (z.B. Versicherungen, Bestellshops etc.) können mir unterschlüsselt eine "Bitte mal signiert antworten"-Mail senden, damit Sie in der Folge verschlüsselt senden können.

Ich selbst sollte dann dazu übergehen, das ich nur dann verschlüsselte Mails annehme, wenn diese auch von der Gegenseite signiert sind. Ein Spammer signiert nicht, weil er damit ja identifizierbar wäre und gute Absender möchten ja gerade mit die Möglichkeit einer Identitätsprüfung geben.

Vorteile wohin man schaut

Ein breiter Einsatz von Zertifikaten, die im Antragsteller nicht nur die Mailadresse sondern die gleichen Daten enthalten, die man auch einem De-Mail oder ePost-Benutzer abverlangt bietet weit mehr Vorteile und Mehrwerte. Komisch nur, dass darauf noch keiner gekommen ist ?. Vielleicht ist das System aber einfach "zu sicher", denn in die Mails kann man natürlich nur noch schauen, wer Zugriff auf den privaten Schlüssel hat. Schlecht Zeiten für Schnüffler oder ein Wiedeaufleben des BKA-Trojaners ?.

Das Zertifikat ist der Schlüssel und die Banken und Sparkassen könnten hier eine zentrale Rolle spielen. Speziell für die Filialbanken könnte dies ein Kundenbindungsfaktor werden.

Wenn ich heute einen Papier-Vertrag unterschreiben und mit meiner Adresse als Absender an eine Firma sende, dann vertraut sie dem Vertrag, der Bestellung, dem Angebot oder was auch immer Inhalt des Briefes ist. Eine gleichartige Mail, welche digital signiert ist und in dessen Zertifikat ebenfalls mein Name, die Adresse, Ort und andere Daten stehen, ist vergleichbar "gut". Während beim Postbrief aber niemand auf den Gedanken einer Rückfrage kommt, kann eine Mail einfach "quittiert" und damit Missbrauch viel schneller erkannt werden.

Leider glaube ich aber schon selbst nicht mehr daran, weil dieser dezentrale Ansatz einfach keine Lobby haben wird.

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