DS/IS Konsistenzanpassung

Wer hat Angst vor der IS/DS-Konsistenzanpassung ?. Natürlich ist dieser Schritt nicht ganz ungefährlich und der Exchange 5.5 Administrator warnt ausdrücklich auch bei dieser Aktion, dass die Folgen wohl bedacht sein wollen, aber die DS/IS-Konsistenzanpassung ist speziell bei vor Migration nach Exchange 2000/2003 wichtig und erforderlich.

Also sollten Sie wissen, was die DS/IS-Konsistenzanpassung bewirkt und was dabei schief gehen kann.

Warum gibt es die IS/DS Konsistenzanpassung ?

Die Funktion der DS/IS Konsistenzanpassung hat die Aufgabe, die Informationen im Informationsspeicher und dem Exchange 5.5 Verzeichnisdienst wieder aufeinander abzustimmen. Hier ein paar Beispiele

In all diesen Fällen kann die DS/IS-Konsistenzanpassung ausgeführt werden, um die Fehler zu korrigieren.

Wie arbeitet die DS/IS-Konsistenzanpassung

Der Aufruf der DS/IS-Konsistenzanpassung sorgt in dem Standort dafür, dass die vorab genannten Probleme korrigiert werden. Es wird also

Besonders wenn Sie nach Exchange 2000/2003 migrieren, ist die Entfernung alter Berechtigungen von nicht mehr existenten Postfächern aus öffentlichen Ordnern oder anderen Postfächern essentiell wichtig, damit Sie später nicht die 9551-Fehler im Eventlog erhalten (Siehe auch 9551-Melderhtm)und der Zugriff auf öffentliche Ordner unter Exchange 2000/2003 verhindert wird.

Die Risiken und deren Vermeidung

Alle Änderungen der DS/IS Konsistenzanpassung wirken natürlich nicht nur auf den Server, auf dem die Anpassung ausgeführt wird, sondern auch in der gesamten Organisation. Daher müssen Sie die Probleme bei dem Aufruf kennen und entsprechend vorsorgen und sich abstimmen. Probleme können auftreten wenn folgendes vorliegt:

Daher gilt als eine der wichtigsten Regeln, dass Sie nur dann die DS/IS Konsistenzanpassung durchführen dürfen, wenn Sie sicher sind, dass ihr Verzeichnisdienst fehlerfrei arbeitet und die Verzeichnisse wirklich repliziert sind. Als kurzer Check kann dabei dienen, wenn Sie z.B.: die globale Adressliste auf jedem Standort kontrollieren. Die Anzahl der Elemente muss gleich sein. Zudem sollte kurz vorher nicht jemand gerade neue Benutzer anlegen, neue Ordner anlegen und diese darauf berechtigen.

Nach der IS/DS Anpassung sollten Sie das Eventlog auf diesem Server kontrollieren. Dort werden alle Korrekturen protokolliert, so dass Sie Probleme erkennen können.

DS/IS Anpassung ausführen

Auf den Eigenschaften des Exchange 5.5 Servers finden Sie die Karteikarte "Weitere Optionen"

Bei der Ausführung der DS/IS Konsistenzanpassung erhalten Sie dann ein weiteres Fenster zum spezifizieren der genaueren Optionen. Sie können auswählen, welche Korrekturen die Anpassung durchführen soll. Die Option, dass nicht alle Inkonsistenzen sondern nur ältere Inkonsistenzen bearbeitet werden ist hilfreich, wenn ihr Verzeichnis noch nicht synchron ist. Oftmals ist besonders in großen Organisationen das Problem, dass Änderungen bis zu einem Tag (manchmal auch länger) benötigen, bis diese repliziert sind. Sie sollten hier also die Anzahl an Tage eintragen, die in ihrem Umfeld die Replikation maximal dauert.

Dies bedeutet aber, dass kurzfristige Unstimmigkeiten nicht korrigiert werden. Sie können den Aufruf aber nach einiger Zeit einfach erneut durchführen, so dass die Anzahl der Inkonsistenzen sehr gering wird. Bedenken Sie aber, dass jede Änderung durch die DS/IS-Anpassung ebenfalls wieder repliziert werden muss. Bis dahin sollten Sie es unterlassen, in anderen Standorten ebenfalls die DS/IS-Anpassung zu starten.  Dies kann zu Konflikten mit unvorhersehbaren Effekten kommen.

Die DS/IS-Anpassung ist daher keine Regeltätigkeit, die sie alle Woche ausführen sollten, sondern nur bei erkannten Unstimmigkeiten oder vor der Migration nach Exchange 2000/2003.

DS/IS mit Exchange 2000/2003 ?

Nun stellt sich auch die Frage, ob es denn auch bei Exchange 2000/2003 diese Funktion gibt bzw. welche Probleme es hier geben kann. Zum einen gibt es bei Exchange 2000/2003 nicht mehr den Verzeichnisdienst (DIR.EDB), weil Exchange einfach das Active Directory nutzt. Und das AD repliziert sich sehr viel schneller und Bandbreiten schonender als die mailbasierte Replikation von Exchange 5.x. Trotzdem kann es auch hier dazu kommen, dass Postfächer in der Datenbank nicht mehr im Active Directory vorhanden ist oder Berechtigungen in öffentlichen Ordner die SID von nicht mehr existenten Objekten enthalten.

Mit Exchange 2000/2003 gibt es demnach keine DS/IS-Konsistenzanpassung mehr. Vielleicht gibt es später mal Tools, die im Dateisystem und öffentlichen Ordnern aufräumen oder nicht auflösbare SIDs melden. Eine nicht auflösbare SID darf nämlich nicht einfach gelöscht werden. Es kann ja durchaus sein, dass das Testprogramm auf diesem PC die SID nicht auflösen kann aber ein anderes System damit kein Problem hat. Das ist oft der Fall, wenn die SID aus vertrauten Domänen stammt und ihr PC die Vertrauensstellung mangels korrekter Namensauflösung etc. einfach nicht finden kann. Sie reduzieren diese Probleme, wenn Sie Berechtigungen über Sicherheitsgruppen vergeben, die in der Regel sehr viel seltener gelöscht werden müssen.

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